Faltencremes

Dass sämtliche Anti-Faltencremes keine Wundermittel sind, wissen wir wohl alle. Wunder erwarten wir ja auch gar nicht. Wir wissen sehr wohl um die Macht der Gene. Unseren Lebenswandel kalkulieren wir als Faltenfaktor durchaus auch ein. Andererseits möchten wir aber nicht auf gewisse Sünden verzichten: Sonnenbäder, Wein am Abend, lange Nächte im Urlaub, Karriere samt dazu gehörendem Stress, die gelegentliche Zigarette, die unvernünftige Ernährung… Uns ist klar, dass alle Cremes und Lotionen nur äußerlich helfen können. Sie erreichen die oberen Hautschichten, mehr nicht.

 

Rechtzeitig Unterstützung für die Haut liefern

Um die Spuren des Alterns zu mildern, kann man gar nicht früh genug beginnen. Bereits mit Mitte Zwanzig, spätestens mit Mitte dreißig muss man die Hautfunktionen unterstützen. Dabei sind kosmetische Produkte nur ein Standbein der Strategie. Ein zweites muss der Schutz vor schädlichen Einflüssen sein, ein drittes die optimale Ernährung der Haut von innen. Die ersten zarten Fältchen kann man zweifellos noch durch kosmetische Produkte abmildern. Doch mit zunehmender Faltentiefe wird es schon schwieriger. Die meisten Produkte wirken so auf die oberste Hautschicht ein, dass die Falten optisch weniger tief wirken. Die einen Produkte arbeiten mit einer Feuchtigkeits-Anreicherung der oberen Hautschicht, beispielsweise über Hyaluronsäure oder Collagen. Produkte mit Glycerin oder Sojabestandteilen setzen eher auf die Hauterneuerung. In diesem Fall wirkt die Haut vitaler und rosiger. Nur die Falten, die sind eigentlich ganz die alten. Bei all den genannten Produkten können bei konsequenter und langfristiger Anwendung durchaus Effekte beobachtet werden. Der Alterungsprozess der Haut wird verlangsamt. Aufhalten kann ihn aber nichts.

 

Oftmals nur optische Effekte

Man kann eine Sonnenschutzcreme oder eine Tagescreme mit Lichtschutzfilter durchaus als wirksames Antifaltenmittel verstehen – aber wirklich schützen kann sie nur, wenn man sich anschließend nicht in die Sonne legt, um sich braun zu grillen. Ebenso kann ein Produkt mit Hyaluronsäure, Glycerin, Vitamin E, Q10, Collagen oder Sojabestandteilen nichts ausrichten, wenn man es nicht sinnvoll mit anderen Hautschutzmaßnahmen kombiniert. Außerdem ist zu hinterfragen, in welcher Menge die genannten Stoffe enthalten sind. Oft werden nur optische Effekte erzielt. Zahlreiche Studien und Tests ergaben, dass die Wirkung sämtlicher Cremes und Lotionen eher beschränkt ist. Andererseits dient Kosmetik dem Hautschutz und unterstützt das Funktionieren der Haut. Schon die Feuchtigkeitszufuhr von außen ist sinnvoll, denn mit steigendem Alter trocknet die Haut leichter aus. Sie braucht folglich länger, um zu regenerieren, ist anfälliger und kann immer weniger Feuchtigkeit speichern. So macht es durchaus Sinn, dem Feuchtigkeitshaushalt mit Algenextrakten, Panthenol, Glycerin, Retinol, Hyaluronsäure oder Milchsäure auf die Sprünge zu helfen. Auch die Harnsäure oder Urea kann hier gute Dienste leisten. Gut befeuchtete Haut wirkt automatisch weniger faltig.

 

Produkte, welche die Kollagenproduktion anregen sind sinnvoll

Auch die Verhinderung der Bildung von aggressiven freien Radikalen ist sinnvoll und durch kosmetische Produkte zu unterstützen. Je weniger freie Radikale entstehen, desto weniger zusätzliche Falten entstehen. Es bleibt bei der “ normalen“ Hautalterung. Das klingt nach einem sehr geringen Trost. Doch unser üblicher Lebensstil ist nicht gerade dazu angetan, die Hautalterung zu verlangsamen. Ganz im Gegenteil.

Wir ernähren uns häufig falsch, wir arbeiten häufig unter Kunstlicht, wir erleben zu viel Stress, nehmen zu viele Sonnenbäder, schlafen zu wenig… Mit Hautpflegeprodukten, die wichtige Antioxidantien enthalten – etwa das Coenzym Q10, die Vitamine A, C und E, bestimmte Flavonoide und Polyphenole -, kann man den freien Radikalen und dem oxidativen Stress durchaus etwas entgegensetzen.

Studien in Amerika erwiesen, dass die Kosmetikindustrie nicht mit allen Versprechen den Mund zu voll nimmt. An der Universität Michigan hat man immer wieder untersucht, was verschiedene Inhaltsstoffe in Anti-Aging-Produkten leisten. Als wirksamste Produkte wurden solche identifiziert, die die Kollagenproduktion anregen und somit die Erschlaffung des Bindegewebes beeinflussen. Retinol, Hyaluronsäure oder eine Hauterneuerung mit dem Kohlendioxid-Laser können also durchaus etwas ausrichten. Die Frage ist immer nur: Wie viel? Egal, ob wir einen Faltenfüller wie Hyaluronsäure oder einen Fibroblasten-Anreger wie Retinol wählen – ohne eine Ernährung der Haut von innen geht nicht viel. Die Haut wird nämlich von innen her mit allen Vitalstoffen versorgt – und wenn es an den wesentlichen fehlt, nützt auch die beste Kosmetik nichts.

Es gibt keine Alternative zu einer gesunden, vitalstoffhaltigen Ernährung! Sie kann in Zusammenarbeit mit Anti-Aging-Kosmetika der Hautalterung wirksam etwas entgegensetzen. Statt Nervengift zu spritzen oder uns die Hautfalten operativ glätten zu lassen, könnten wir frühzeitig auf die Wirkung wichtiger Enzyme, Mineralstoffe, Radikalenfänger, Aminosäuren und Vitamine setzen. Und zwar von innen und außen. Falls unser Lebensstil das gelegentlich unterläuft, bleibt uns heutzutage immerhin noch der Griff zu hochwertiger Nahrungsergänzung.