Was bestimmt den Zustand unserer Haut?

Nicht umsonst spricht man von „Gesichtslandschaften“, wenn man die Gesichter alter Menschen auf Fotos betrachtet. Wind- und wettergegerbte Haut ist da zu sehen. Man sieht, dass der Mensch gelacht und gelitten hat; erkennt, dass er viel gearbeitet hat.

Bleiche und teigige Gesichter lassen erkennen, dass jemand weitgehend in Innenräumen gelebt hat, wo kein Sonnenlicht hinfällt. Ernährungsgewohnheiten spiegelen sich auf der Haut. Zu wenig Trinkwasser führt zu erweiterten Poren. Alkoholmissbrauch erweitert die Gefäße und verursacht langfristig Alkoholakne. Zu fettes Essen führt zu Übergewicht und unreiner Haut. Ein Mangel an Vitalstoffen und Aminosäuren lässt die Haut frühzeitig altern und erschlaffen. Unsere Haut ist ein Spiegel all dessen, was wir tun, unterlassen, essen, trinken – der Art, wie wir leben.

Hormone zeigen hautnah ihre Wirkung

Wie viele Einflussfaktoren der Haut ihren Stempel aufdrücken, macht man sich nur selten bewusst. Die Gene bestimmen bereits im Mutterleib über die Hautart, Pigmentierung und Beschaffenheit der Haut. Spätere Erkrankungen der Haut können bereits genetisch prädisponiert sein. Als Beispiel sei hier die Neurodermitis genannt. Hormone und bestimmte Medikamente, wie etwa die Pille, beeinflussen ebenfalls die Hautbeschaffenheit. Fettige Haut und Pickel in der Pubertät sind beispielsweise hormongesteuert. Überhaupt Hormone. Sie steuern unter anderem unseren Stoffwechsel. Und die Endprodukte aller Stoffwechselvorgänge schaden oder nützen der Haut, denn sie werden zum Teil über die Haut entsorgt. Im Alter sorgt der Umschwung der Hormone für trockene und rissige Haut sowie Falten. Die Beautyprodukte der Kosmetikindustrie sind entsprechend darauf ausgerichtet.

Reizende Stoffe schädigen die Haut

Mechanische Reize sind ebenfalls an der Haut zu erkennen. Sie bekommt Druckstellen, Schürfwunden, Schnitte, Narben, Blasen oder Hämatome. Nicht zu unterschätzende, aber gerne übersehene Wirkungen auf die Haut haben Toxine, Umweltschadstoffe oder die Haut reizende Stoffe. Chronischer Juckreiz kann durch trockene Haut, aber auch durch Duftstoffe und Haushaltschemikalien entstehen. Andere Stoffe greifen den Säureschutzmantel an oder bringen das Gleichgewicht von Säuren und Basen durcheinander.

Operative Gesichtsstraffungen sind in dem Sinne ein mechanischer Reiz, der einerseits Falten glätten oder straffen kann, andererseits aber Nerven lahmlegt, Narben hinterlässt oder eine zunehmende Gesichtsstarre zur Folge hat. Ob dies tatsächlich ein nachhaltiges und kluges Konzept für Anti-Aging ist, darf man getrost hinterfragen. Bei den Reizstoffen, die auf die Hautoberfläche wirken, unterscheidet man starke und schwache Irritantien. Zu den ersten gehören beispielsweise Säuren, Laugen oder Lösungsmittel sowie brennende Stoffe. Hier erfolgt die Hautreaktion sofort. Beim Kontakt mit eher schwachen Irritantien dauert es oft eine Weile bis hin zu mehreren Jahren, bis die Haut auf sie reagiert. Chemische Reinigungsmittel, Öle und Fette, schwache Lösungsmittel, aber auch Duftseifen, Shampoos, Kosmetika oder Parfümstoffe können akute und chronische Reizungen auslösen. Dazu addieren sich die Allergene, die verschiedenster Natur sein können. Ob man eine chronische Urtikaria, Vorstufen von Hautkrebs oder eine Kontakt-Allergie bekommt, hängt von vielen Faktoren ab.

Auf das richtige Klima kommt es an

Dass auch das Klima, das geografische Lebensumfeld und der Grad der Luftverschmutzung Einfluss auf die Haut nehmen, erscheint logisch. Kälte und Hitze, Feuchtigkeit oder Trockenheit, gute oder belastete Luft oder UV-Strahlen wirken auf die Hautzellen ein und haben folglich auch Einfluss auf die Faltenbildung und die Hautelastizität. Das Gleiche gilt für unseren Lebensstil und unsere Ernährung. Ein ungesunder Lebensstil und eine wertstoffarme Ernährung hinterlassen unweigerlich ihre Spuren auf der Haut. Mangelnde Hygiene und falsche Hautpflege tun ihr übriges. Last, but not least, können wir feststellen, dass unsere seelische Befindlichkeit sich an der Haut ablesen lässt: Wir wirken aschfahl, dünnhäutig oder zornesrot. Manche der genannten Einflüsse müssen wir hinnehmen. Bei anderen können wir den Einflussgrad mindern. Am besten nützen wir unserer Haut durch eine optimal angepasste Lebensweise. Ausreichend Flüssigkeit, überschaubare Sonneneinstrahlung und die ausreichende Versorgung mit den notwendigen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen zählen beispielsweise dazu.