Anti-Aging Tipps aus dem alten Rom

Viele der jungen Römer blieben nur deshalb jung, weil sie bereits in jungen Jahren im Kampf fielen. Als Senator oder wohlhabender Bürger Roms hingegen konnte man auch alt werden, vorausgesetzt man fiel nicht einem Mord zum Opfer. Aus Asterix und Obelix wissen wir auch ohne tiefere Geschichtskenntnisse, wie ausschweifend es bei den Römern zuging. Orgien und Völlerei waren feste Punkte auf der Tagesordnung der Reichen und Mächtigen. Nicht nur damals stand das einem vitalen Alter entgegen!

 

Völlerei fordert ihren Tribut

Wo Völlerei und Ausschweifungen ihren Tribut einfordern, ist man natürlich besonders interessiert an wirksamen Gegenmaßnahmen. Man lernte von den alten Griechen, um das mächtige Römische Reich aufzubauen. Insbesondere ihre medizinischen Kenntnisse waren interessant. In den herrschenden Schichten befasste man sich nicht mit so leidigen Themen wie Siechtum im Alter. Man hielt Gesundheit und Vitalität für ein Geschenk der Götter. Das niedere Volk befasste sich aus guten Gründen mit Naturmedizin und lauschte den fremdländischen Quacksalbern und Wunderheilern, die sich auf dem Marktplatz unter das Volk mischten. Ihre Pillen und Kräuter versprachen alles Mögliche und häufig auch Unmögliche. Griechische Wundärzte verdienten nur die tapfersten Gladiatoren. Je weiter sich das Römische Reich ausdehnte, desto üppiger wurde das Leben in Rom. Kein Wunder, dass man angesichts von ausschweifenden Lustbarkeiten und Völlerei schnell alt und fett aussah! Am Morgen danach hatte man Angst vor frühzeitigem Siechtum. Die griechischen Mediziner verkörperten das Gegenmittel. Sie propagierten eine gesunde Lebensweise, verschrieben Diäten, Massagen und Bewegungstherapien und schrieben Gesundheitsratgeber. Wie man sieht, haben auch die alten Römer als Vorläufer der Wellness- und Anti-Aging-Bewegung einige Meriten verdient.

Der alternde Schriftsteller Marcus Tullius Cicero verfasste eine heute noch lesbare Schrift mit dem Titel „De Senectute“, was „Über das Altern“ bedeutet. Auch Cato und Cicero beteiligten sich an den immer lauter werdenden Diskussionen über das Leben, das Altern und Sterben. Cicero sah in der Zurückhaltung beim Essen ein probates Anti-Aging-Konzept, das heute noch gilt. Er empfahl auch ein Aufbäumen gegen die Vergreisung. Man debattierte solche Themen bis zum Untergang des Römischen Reiches. Für die Aristokratie waren die damaligen Alterskrankheiten eine schlichte Zumutung. Schon damals boten sich willige Ärzte und Heiler an, diese Zumutungen zu linden.

 

Nur leichtverdauliche Nahrung zu sich nehmen

Je mehr das römische Luxusleben fortschritt, desto besser hatten es die Mediziner der damaligen Zeit. Sie hatten reichlich Anschauungsmaterial, um Rezepturen und Erkenntnisse zu sammeln. Erstaunlich ist auch, dass man sich bereits damals an Schönheitsoperationen wagte. Man konnte Nasen richten oder Lippen verkleinern. Zweihundert Jahre nach Christi Geburt heilte der Grieche Galenus aus Pergamon die Römer. Er war eigentlich als Arzt der Gladiatoren gekommen, befasste sich aber schon bald auch mit anderem. Den Alten empfahl er in manchen seiner 500 Schriften, die „Flamme des Lebens“ nicht erlöschen zu lassen. Sein Rat, nur leicht verdauliche Nahrung zu sich zu nehmen, klingt heute noch richtig. Von Enzymen, Mikro-Nährstoffen, Polyphenolen oder Aminosäuren konnte er nichts wissen. Aber ihre positive Wirkung hatte er bereits erkannt. Alternde Damen erhielten von ihm eine Anti-Aging-Creme aus Olivenöl, Bienenwachs und Rosenöl.

Wie man sieht, wurden in der Antike schon Pflanzenextrakte, Kosmetika und heilende Substanzen eingesetzt, um Vitalität, Schönheit und Gesundheit möglichst lange zu erhalten. Man wusste bereits, dass im Alter der Stoffwechsel angeregt werden muss und behandelte auch ohne das Wissen heutiger Zeit ernährungsbedingte Defizite mit Ernährungsheilkunde. Heute würden wir sagen: mit Phytopharmaka, Vitaminen und Antioxidanzien.